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Fallstudien - Kasuistik aus Klinik und Praxis

Fallbeispiel 3

Ein besonders schwerer Fall von Brustschmerzen

Eine 52-jährige Altenpflegerin berichtet über seit 5 Jahren bestehende Schmerzen in der rechten Brustseite, die in den letzten 2 Jahren langsam zugenommen hätten und jetzt unerträglich geworden seien, oft könne sie nicht anders, als im Sitzen zu schlafen. Regelmäßig müsse sie nachts aufstehen und umhergehen. Sie bringe den Beginn der Schmerzen mit einem Sturz auf den Rücken in Zusammenhang, der kurz vor dem ersten Auftreten passiert war.

Diagnostik:

Klinischer Befund:
HWS-Rotation 30/0/20 °, extrem verspannte Muskulatur cervicodorsal. Druckschmerz parasternal beidseits in der oberen und mittleren Etage. Hoch druckdolente BWK 2 - 5 rechts mit Irritationszonen ohne freie Richtungen. Unauffällige periphere Neurologie. Keine radikulären Zeichen.

Kernspintomographie der HWS: Bandscheibenvorfall C 5/6 und plurisegmentale Protrusionen.
Röntgen BWS: Kein pathologischer Befund.
Röntgen LWS: Osteochondrose im Bewegungssegment L 4/5.
Röntgen HWS: Erstgradige HWS-Degeneration ohne pathologische Veränderungen.
Schädel-CT: Kein pathologischer Befund.
Szintigramm: Kein pathologischer Befund.

Bisherige Therapie:

Verschiedenste Therapieansätze (hausärztlich, orthopädisch, neurologisch, internistisch) blieben ohne Erfolg. Derzeitige Schmerzmedikation durch anästhesiologischen Schmerztherapeuten (Citalopram 40mg/Tag, Mirtacapin 45 mg abends, Katadolon 3 mal 100mg/Tag, Mydocalm 3mal 100 mg/Tag, Diclofenac 2mal 100 mg ret/Tag. und Valoron 3mal 30 Tropfen/Tag). Darunter nur unbefriedigende Schmerzreduktion und seit Monaten zunehmende Übelkeit, Müdigkeit und Antriebsschwäche.

Diagnose:

Schwerste chronifizierte posttraumatische Dysfunktion der oberen BWS mit Symptomschwerpunkt thorakal und sternal. Reaktive Arzneimittelintoxikation und schmerzreaktive depressive Verstimmungen und Antriebsverlust.

Therapie:

Primär mobilisierende Lösung im Bereich cervicodorsaler Übergang und obere BWS mit folgender unspezifischer Manipulation von HWS, BWS und LWS führt zu spontaner Veränderung des Schmerzbildes und Auslassversuch sämtlicher Medikamente, der gelingt! Von Stund an wird die Medikation nicht mehr fortgesetzt. Es folgen tägliche Infusionen mit ASS 1000 mg und Tramadol 50 mg für 10 Tage, danach gänzliches Auslassen der Medikation und weitere zweimalige Mobilisierung in den betroffenen Bereichen. Die Patientin ist danach anhaltend schmerzfrei.

Fazit:

Eigentlich kann ein rational denkender Arzt eine solche Geschichte nicht glauben. Der Verfasser verbürgt sich jedoch für detailgetreue Wiedergabe des Verlaufs der zweifelsfrei in der oben dargestellten Form dokumentiert ist.

Auch anscheinend schwerste pathologische Verläufe von „Schmerzkrankheiten“ sollten uns nicht abschrecken unter geeigneter Indikation „Hand anzulegen“.